„Benvenuti cari amici!“
Nach dem Besuch einer Gruppe von zwei Lehrkräften sowie 10 Schülerinnen und Schülern der Partnerschule in Orbetello an der FOSBOS Hof im Oktober 2025 war es höchste Zeit für einen Gegenbesuch. Daher planten drei Lehrkräfte aus Nordbayern ein einwöchiges Job Shadowing im Rahmen von Erasmus+ am Schulzentrum von Orbetello.
Vom 27.03. bis zum 01.04.2026 reisten die Lehrkräfte Susanne Kuhn (BSZ Lauf), Franziska Hofmann (FOSBOS Bayreuth) und Melanie Fuchs (FOSBOS Hof) in die toskanische Stadt, um an den vier Schulen des Schulzentrums Besichtigungen und Hospitationen durchzuführen. Begehungen der Schulhäuser zeigten, dass eine technisch hochwertige Ausstattung im Rahmen der beruflichen Bildung bedeutsam ist, um die Lernenden möglichst kompetenzorientiert an ihre künftige Arbeitswelt heranzuführen. Faszinierend war vor allem die Ausstattung der Nautikschule in Porto Santo Stefano, die mit einer Simulationskommandobrücke und einem Planetarium sowie praktischen Phasen an Bord der Fähre nach Giglio höchsten Ansprüchen genügte. Aber auch das IPE, eine Hotel- und Gastronomieschule, beeindruckte durch eine hochwertige Ausstattung, durchdachte Praktika und die Förderung der Schülerinnen und Schüler durch Stipendien von ortsansässigen Firmen.
Hospitationen in verschiedenen Unterrichtsfächern ermöglichten Einblicke in den Umgang der italienischen Schule mit unterschiedlichen Herausforderungen. Ein Fokus lag vor allem auf dem wichtigen Thema der Bewältigung von Heterogenität. Lernende mit Unterstützungsbedarf werden am dortigen Schulzentrum - wie überall in Italien - nicht separat unterrichtet, sondern durch die Begleitung von Förderlehrern in den Klassen inklusiv beschult, ohne dass sie von Gleichaltrigen separiert werden. Ziel ist es, die beeinträchtigten Jugendlichen zu fördern und sie gleichzeitig in die Gesellschaft zu integrieren. Dabei profitieren aber nicht nur die Schülerinnen und Schüler mit Handicap. Es gelingt so, die Lernende mit und ohne Beeinträchtigungen zusammenzubringen und ein ganz normales und natürliches gemeinsames Erwachsenwerden zu ermöglichen. Beeindruckend war es für die deutschen Lehrkräfte zu sehen, wie selbstverständlich der Umgang zwischen Jugendlichen mit und ohne Handicap ist. Berührungsängste oder Distanz war nie zu spüren, ganz im Gegenteil war ein faszinierendes Miteinander zu beobachten.
Neben diesem wichtigen Thema wurden aber auch andere Entwicklungen im Unterricht analysiert. Vor allem standen dabei die Entwicklung der Digitalisierung und die Methodik im Fremdsprachenunterricht im Fokus der Analysen. Zu beobachten war eine Abkehr von pauschalen Digitalisierungsbestrebungen und die Hinwendung zu einem sehr zielgerichteten Einsatz moderner Technik. Neben den zahlreichen Aktivitäten an den Schulen stand den Lehrkräften auch ein breites kulturelles Angebot zur Verfügung. Besichtigungen der historisch bedeutsamen Städte Capalbio und Pitigliano sowie der heißen Quellen von Saturnia gehörten ebenso zum Programm wie eine Überfahrt zur Insel Giglio. Nicht erwähnt werden muss, dass natürlich auch die Begegnung mit der dortigen Gastronomie nicht zu kurz kam. Wir pflegten mit unseren italienischen Partnern die Kultur des Aperitifs und genossen die vielfältige toskanische Küche.
Bei diesem Job Shadowing haben wir dank der Gastfreundschaft unserer italienischen Partnerschule viele Einblicke gewinnen dürfen, die uns dabei helfen werden, mit neuen Erkenntnissen und Inspirationen den Schulalltag an unseren Schulen zu verbessern.